Chaos auf vier rädern: stigs spritztour mit den extrem-offroadlern!

Der Schrei, der aus meiner Kehle brach, war echt. Und er hatte nichts mit einem gut geplanten Test zu tun. Meine Finger klammerten sich an die Konsole des neuen Toyota Land Cruiser, während Stig, der Mann, der scheinbar keine Angst vor irgendetwas hat, eine Rallye-Spezial im Galopp über einen Kiesweg hinweg fuhr – und dabei die Realität der Physik kurzzeitig ignorierte.

Die ultimative offroad-challenge: vier giganten im vergleich

Die ultimative offroad-challenge: vier giganten im vergleich

Wir hatten vier der robustesten 4x4-Fahrzeuge des Marktes nach Wales gebracht: einen Toyota Land Cruiser 250 Arctic Trucks AT37, einen Ineos Grenadier Trialmaster X LeTech (mit einigen, sagen wir, substanziellen Modifikationen), einen Jeep Wrangler Rubicon von Storm Jeeps und einen Land Rover Defender Octa, der bereits ab Werk auf maximale Geländetauglichkeit ausgelegt ist. Die Mission war simpel, aber gefährlich: Können die extremsten Varianten dieser Fahrzeuge wirklich das liefern, was sie versprechen? Und können sie den Anforderungen eines anspruchsvollen Offroad-Parcours standhalten?

Die Fahrt auf der Straße war unspektakulär – obwohl man bei diesen Ausmaßen natürlich einiges an Aufmerksamkeit benötigt. Der Defender fühlte sich an wie ein riesiger, schwerfälliger Sportwagen, und war in dieser Disziplin klar im Vorteil. Aber der eigentliche Spaß begann erst, als wir das grüne Gelände erreichten. Das war kein Spaziergang, sondern eine Prüfung für Mensch und Maschine: tiefe Furchen, schlammige Pfützen und Felsen, die nur darauf warteten, ein Differential zu zerstören.

Der Jeep Wrangler, ausgestattet mit Storm Jeeps-Zubehör, machte einen überraschend guten Eindruck. Jeep hat aus gutem Grund seit dem Zweiten Weltkrieg den Ruf, der ultimative Offroader zu sein. Die kurzen Übersetzungen, der Off-Road-Plus-Modus und die drei Sperrdifferentiale (zentral, hinten, vorne) arbeiteten Hand in Hand. Auch die 2,5-Zoll-Höherlegung und die BFG-Reifen mit 37 Zoll Durchmesser trugen dazu bei, dass der Wrangler sich selbstbewusst durch das Gelände bewegte. Der Innenraum mag etwas spartanisch wirken und die Sitze könnten komfortabler sein, aber für den Preis bekommt man ein unschlagbares Paket.

Der Ineos Grenadier Trialmaster X LeTech ist mehr als nur ein Name – er ist eine durch und durch geländegängige Weiterentwicklung des bereits fähigen Ineos, angetrieben von einem beeindruckenden BMW B58 Reihensechszylinder-Turbomotor. LeTech, deutsche Spezialisten für den Umbau von Mercedes G-Klasse-Fahrzeugen, haben hier ganze Arbeit geleistet. Die Portalachsen sind das Highlight: Sie erhöhen den Bodenabstand und ermöglichen eine bessere Anpassung der Übersetzung. Der Grenadier vermittelt ein Gefühl von Qualität und Stabilität, das seinesgleichen sucht.

Aber auch der Ineos hat seine Tücken. Aufgrund der langen Achsdistanz ist er in engen Waldwegen etwas unhandlicher als die anderen Fahrzeuge. Und obwohl die Portalachsen den Bodenabstand erhöhen, scheint die Federung nicht so viel Spielraum zu haben wie bei den anderen. Ein kleines Abkommen mit der Realität bei der Anfahrt über Steine – nur ein Zeichen dafür, dass man dem Fahrzeug ein wenig mehr Respekt zollen muss.

Der Toyota Land Cruiser Arctic Trucks AT37 beeindruckte mit seiner robusten Bauweise und der geländetauglichen Ausrüstung. Die R52-Dämpfer, die auf den Dakar-Rallye-Einsatz ausgelegt sind, sorgten für eine hervorragende Fahrwerksabstimmung. Leider kam es zu einem unerwarteten Zwischenfall: ein Schaden an der Drehmutter während der Fahrt über einen Felsen. Ein kleiner Schönheitsfehler, der aber zeigte, dass auch die besten Fahrzeuge ihre Grenzen haben.

Und dann war da noch der Land Rover Defender Octa – das Kraftpaket mit seinen 635 PS und 800 Nm Drehmoment. Auf der Straße zeigte er, was er konnte, aber im Gelände entpuppte er sich als etwas weniger agil als die anderen. Stig nutzte die Gelegenheit, um dem Defender seine wahre Leistungsfähigkeit zu demonstrieren – mit halsbrecherischer Geschwindigkeit und beeindruckenden Drifts. Ein Spektakel, das man so schnell nicht vergisst.

Am Ende des Tages stand fest: Jeder dieser Fahrzeuge hat seine Stärken und Schwächen. Der Jeep Wrangler ist der Preis-Leistungs-Sieger, der Ineos Grenadier der robuste Alleskönner, der Toyota Land Cruiser der zuverlässige Begleiter und der Land Rover Defender Octa der pure Adrenalin-Kick. Was sie alle vereint, ist ihre Fähigkeit, Grenzen zu überschreiten und uns daran zu erinnern, dass das Abenteuer noch lange nicht zu Ende ist.