Ford fiesta st: der unterschätzte sportler mit mondeo-herz

Wer erinnert sich noch an die Zeiten, als der Ford Fiesta mehr war als nur ein Kleinwagen der kompakten Klasse? Die Antwort liegt in einer unerwarteten Verbindung: dem Ford Mondeo. Denn unter der sportlichen Hülle des ersten Fiesta ST schlägt ein Herz, das direkt aus dem großen Bruder stammt – ein Detail, das ihn bis heute so besonders macht.

Ein erbe der leistung: die wurzeln des fiesta st

Ein erbe der leistung: die wurzeln des fiesta st

In den 90er und frühen 2000er Jahren sehnten sich Autofahrer nach kleinen, agilen Sportwagen, die mehr als nur den Weg zur Arbeit bewältigen konnten. Ford reagierte auf diesen Trend und griff tief in die Motorenpalette. Während der Mondeo mit seinen V6-Modellen für Power sorgte, sollte der Fiesta eine spielerische, aufregende Alternative bieten. Das Ergebnis war der erste Fiesta ST, ein Kleinwagen, der mehr konnte, als man auf den ersten Blick vermuten würde.

Es ist kaum zu glauben, dass dieses Modell, das zwischen 2005 und 2008 produziert wurde, auf der Plattform des Fiesta der fünften Generation basiert. Doch der ST wurde von Grund auf neu gedacht. Aggressive Frontschürzen, ein auffälliger Heckspoiler und chromfarbene Auspuffendrohre verliehen ihm eine dynamische Optik. Innen empfingen Sportsitze mit Lederbezügen und Aluminium-Akzenten den Fahrer und Beifahrer.

Aber das eigentliche Highlight war der Motor. Der 2,0-Liter-Vierzylinder, der eigentlich aus dem Mondeo stammte, wurde vom Team RS von Ford maßgefertigt. Durch gezielte Optimierungen wurde die Leistung von 145 auf 150 PS gesteigert, was für damalige Verhältnisse eine beachtliche Leistung für einen Kleinwagen war. Die Kraft wurde über eine Fünfgangschaltung an die Vorderräder geleitet.

Wer das Fahrerlebnis sucht, wird mit dem Fiesta ST belohnt. Das Fahrwerk wurde tiefergelegt und straffer abgestimmt, um das Handling zu verbessern. Das Ergebnis ist ein agiler Wagen, der in Kurven mühelos durch die Gegend saust. Der Motor liefert seine beste Leistung ab 4.000 U/min, und das Fahrgefühl ist trotz des fehlenden Turboladers erfrischend direkt und unkompliziert. Besonders hervorzuheben ist das ausgeglichene Fahrverhalten, das durch eine veränderte Gewichtsverteilung und eine überarbeitete Hinterachse erreicht wurde. Selbst heute, 21 Jahre nach seiner Einführung, überzeugt der Fiesta ST mit seinem sportlichen Charakter und seiner Alltagstauglichkeit.

Obwohl er nicht der schnellste Kleinwagen seiner Zeit war, bot der Fiesta ST ein unvergleichliches Fahrerlebnis. Mit Preisen um die 6.000 Euro auf dem Gebrauchtmarkt ist er heute eine interessante Option für alle, die einen kompakten Sportwagen suchen, der sowohl Spaß am Fahren als auch einen gewissen Alltagsnutzen bietet. Der Fiesta ST der ersten Generation hat zweifellos die Grundlage für die nachfolgenden Modelle gelegt und bleibt ein Beweis dafür, dass auch ein Kleinwagen mit einem Mondeo-Motor für große Emotionen sorgen kann.