Lamborghini schließt Tür für manuelles Getriebe in Supersportwagen
Die Zeiten ändern sich in der Welt der Sportwagen. Während viele Hersteller auf einen puristischen Charakter und ein besonderes Fahrerlebnis setzen, beispielsweise McLaren mit dem 6GT, Porsche mit seinen 911-Versionen mit Schaltgetriebe und sogar Hennessey mit dem Blackbird, der auf ein atmosphärisches V8-Aggregat und Schaltgetriebe setzt, verfolgt Lamborghini einen anderen Ansatz. Die schiere Leistung ist nicht mehr alles, sondern das Gesamtpaket, das ein unvergleichliches Fahrerlebnis bietet – etwas, das selbst Elektroautos leicht übertreffen können.
Der Trend zu besonderen Fahrerlebnissen
Es scheint ein Umdenken in der High-Performance-Szene zu geben, weg von schieren Zahlen und hin zu einem besonderen Fahrerlebnis. Doch bei Lamborghini scheint diese Entwicklung noch nicht angekommen. Manuelle Getriebe werden zunehmend als Mittel zur Verbesserung des Fahrerlebnisses betrachtet, aber nicht als die beste Option für maximale Leistung. Die schnellsten Autos der Welt setzen aus diesem Grund auf hochentwickelte und blitzschnelle Automatikgetriebe. Schaltgetriebe sind heute eher Nischenprodukte und keine Norm.

Winkelmanns klare Ansage
Die gesamte Modellpalette von Lamborghini setzt derzeit auf Automatikgetriebe. Der Gallardo hatte zwar über Jahre ein Schaltgetriebe, doch diese Art von Technologie gehört der Vergangenheit an, und Doppelkupplungsgetriebe dominieren. Dennoch stellt sich die Frage, ob die puristische Alternative in die Sportwagen der Marke zurückkehren könnte. CEO Stephan Winkelmann sprach mit Carbuzz über diese Möglichkeit und machte deutlich, dass dies unwahrscheinlich ist. Er erklärte, dass Schaltgetriebe „hauptsächlich für Sammlerfahrzeuge sind und wir derzeit keine Pläne haben, eines zu bauen.“

Gründe für die Ablehnung
Winkelmann sieht die Nachfrage nach Schaltgetrieben nicht als ausreichend, um eine Rückkehr zu rechtfertigen, insbesondere nachdem diese Option beim Gallardo bereits gestrichen wurde. Die Integration eines Schaltgetriebes in die aktuellen Modelle würde wahrscheinlich umfangreiche Änderungen an der Mechanik erfordern und eine Investition darstellen, die sich wirtschaftlich nicht lohnen würde. Ein weiteres Problem ist die zunehmende Hybridisierung der Modellpalette, wie beim Revuelto mit seinem V12-Motor und dem Plug-in-Hybrid-System. Schaltgetriebe sind derzeit nicht mit diesem Grad an Elektrifizierung kompatibel, was die Sache zusätzlich erschwert. Eine mögliche Lösung könnte eine Idee wie beim Ferrari 12Cilindri sein, bei dem es sich um ein Getriebe handelt, das zwar nicht wirklich manuell ist, aber dennoch eine gewisse Nähe zum Schaltgetriebe bietet.
Fazit: Für den Moment ist nicht mit der Einführung eines Schaltgetriebes in den Supersportwagen aus Sant’Agata Bolognese zu rechnen, obwohl andere Hersteller versuchen, diese Technologie zu erhalten oder wiederzubeleben.