Lexus is-f: der unterschätzte sport-sedan mit v8-herz
Wer sagt, dass japanische Autos keine Seele haben? Der Lexus IS-F beweist das Gegenteil. Lange Zeit stand Lexus für Komfort, Verlässlichkeit und einen sanften Fahrstil – Eigenschaften, die zwar schätzenswert sind, aber eben nicht die Herzen von Sportwagenfans höherschlagen lassen. Doch dann kam der IS-F, ein Statement der Marke, das die Erwartungen überwand und eine neue Ära einläutete.
Ein v8, der emotionen weckt
Im Jahr 2007 wagte Lexus den Schritt und präsentierte den IS-F – eine Sportlimousine, die eigens entwickelt wurde, um mit den deutschen Schwergewichten BMW M3 und Mercedes C63 AMG zu konkurrieren. Der Name „F“ ist dabei kein Zufall: Er leitet sich vom Fuji Speedway ab, wo das Fahrzeug intensiv getestet und optimiert wurde. Es war nicht einfach nur ein IS mit mehr Leistung, sondern ein komplett neues Auto, das von Grund auf für sportliche Fahrleistungen konzipiert wurde. Das Herzstück des IS-F ist der atemberaubende 5,0-Liter-V8-Motor mit der Bezeichnung 2UR-GSE. Dieser Naturaspirator leistet 423 PS und entfaltet ein Drehmoment von 505 Nm – genug, um den IS-F in nur 4,8 Sekunden von null auf 100 km/h zu beschleunigen.
Aber es sind nicht nur die Zahlen, die beeindrucken. Der Motor ist ein Meisterwerk der Ingenieurskunst. Aluminium-Zylinderköpfe, die innovative VVT-iE-Technologie für variable Ventilsteuerung und das D-4S-Einspritzsystem, das sowohl direkte als auch indirekte Einspritzung kombiniert, sorgen für eine optimale Balance zwischen Leistung und Effizienz. Und dann ist da noch der Sound – ein tiefes, resonantes Brüllen, das durch einen speziell gefertigten Ansaugkanal ins Interieur geleitet wird, um das Fahrerlebnis zusätzlich zu intensivieren.

Mehr als nur power: fahrwerk und technik
Neben dem kraftvollen Motor hat Lexus auch viel Aufwand in die Fahrwerksentwicklung gesteckt. Über 300 Modifikationen wurden am Fahrgestell des IS-F vorgenommen, die Karosserie wurde verstärkt, die Torsionssteifigkeit erhöht und die Lenkung präziser abgestimmt. Ein Torsen-Sperrdifferential sorgt für optimale Traktion, und das Bremsanlage wurde mit sechs Kolben Brembo-Sätteln an der Vorderachse und zwei Kolben an der Hinterachse deutlich verbessert.
Besonders hervorzuheben ist das Sport Direct Shift (SPDS) Achtgang-Automatikgetriebe, das zu dieser Zeit eine Seltenheit in Sportwagen dieser Klasse war. Lexus versprach Schaltzeiten von lediglich 0,1 Sekunden im manuellen Modus und ein Schaltgefühl, das dem eines sequenziellen Getriebes nahekommt. Und mit drei Fahrmodi – Standard, Slalom und Track – ermöglichte das Torque Vectoring Differential (TVD) eine individuelle Anpassung des Fahrverhaltens an die jeweiligen Bedingungen.

Ein understatement mit klasse
Der Lexus IS-F ist kein Auto, das mit protzigen Details Aufmerksamkeit erregt. Er behält die elegante und zurückhaltende Designsprache von Lexus bei, unterstreicht aber seine sportliche Natur durch subtile Details wie die Frontschürze mit Lufteinlass, die verbreiterte Radhäuser, die diagonal angeordneten Vier-Rohr-Auspuffanlage und die 19-Zoll-Leichtmetallräder. Im Innenraum sorgen Sportsitze mit verstärkten Seitenwangen und exklusive Grafik im Kombiinstrument für eine sportliche Atmosphäre, ohne dabei auf den hohen Komfort und die hochwertige Ausstattung von Lexus zu verzichten.
Obwohl der IS-F nie ein Massenphänomen wurde und seine Produktion relativ begrenzt war, hat er sich zu einem begehrten Sammlerstück entwickelt. Er repräsentiert eine einzigartige Kombination aus japanischer Ingenieurskunst, sportlicher Leistung und elegantem Design – ein Auto, das die Grenzen des Konventionellen sprengt und eine bleibende Erinnerung an eine Ära des analogen V8-Sounds hinterlässt. In Zeiten von Hybridisierung und Elektromobilität wird der Lexus IS-F zu einem immer wertvolleren Zeitzeugen einer vergangenen Ära, einem Beweis dafür, dass auch japanische Hersteller in der Lage sind, Sportwagen mit Charakter und Seele zu bauen.