Mini unter neuer führung: hampf verspricht frischen wind und kulturelle relevanz
Die britische Automobilikone Mini erlebt einen Führungswechsel, der weitreichende Folgen für die Zukunft der Marke haben könnte. Oliver Heilmer hat das Designteam verlassen, um die Bildsprache der BMW M GmbH zu verantworten, während Holger Hampf nun die kreative Leitung von Mini übernommen hat. Ein Wechsel, der laut ersten Aussagen vielversprechend klingt.
Die rückkehr zur emotionalen marke
Hampf, der zuvor bei Designworks tätig war und bereits Erfahrung mit der Entwicklung der Multimedia-Oberfläche für Mini sammeln konnte, betont die Notwendigkeit, Mini wieder als eine Marke zu etablieren, die mehr ist als nur ein Auto. „Mini muss eine Marke sein, mit der die Menschen eine emotionale Beziehung eingehen, etwas, das über die reine Funktion hinausgeht“, so Hampf in einem kürzlichen Interview. Er möchte Mini als eine Erweiterung der Persönlichkeit des Fahrers verstehen, als ein Ausdruck von Individualität und Lebensgefühl.
Die Vision des neuen Designchefs geht über reine Formgebung hinaus. Hampf plädiert für einen Designansatz, der Positivität und Energie vermittelt. Es geht darum, ein Auto zu schaffen, das Freude bereitet und in den Alltag passt – ohne dabei auf Extravaganz zu setzen. „Es geht nicht darum, die extremsten oder ausgefallensten Formen zu kreieren, sondern ein Produkt, das in verschiedene Lebensstile passt.“

Die bedeutung der geschichte und die kraft der kollaborationen
Hampf betont, dass er die lange Tradition von Mini schätzt und diese als Inspirationsquelle für zukünftige Designs nutzen möchte. Er sieht die Geschichte der Marke nicht als Beschränkung, sondern als Chance, auf bestehenden Werten aufzubauen und diese neu zu interpretieren. Ein Beispiel hierfür ist die Zusammenarbeit mit Deus Ex Machina, bei der er die Rallye-Geschichte von Mini in das Design des „The Machine“-Prototyps einfließen ließ.
Die Idee, Mini mit anderen Marken und Künstlern zusammenzubringen, um einzigartige Editionen zu schaffen, wird von Hampf ebenfalls weiterverfolgt. Er erinnert an frühere Kooperationen mit David Bowie, den Beatles und Kate Moss, die zu außergewöhnlichen Ergebnissen führten. „Ich würde gerne diesen Geist wieder aufleben lassen. Die Zusammenarbeit mit anderen ist sehr bereichernd und kommt allen Beteiligten zugute.“
Die Vergangenheit von Hampf bei Designworks, wo er an Projekten von nachhaltigen Produkten bis hin zu medizinischen Geräten beteiligt war, hat ihm eine breite Perspektive auf Design vermittelt. Er betont, wie wichtig es ist, den Kontext des Lebens außerhalb des Autos zu verstehen, um ein besseres Innenraumdesign und eine intuitivere Bedienung zu schaffen. „Es ist wichtig zu verstehen, was die Menschen tun, wenn sie nicht in einem Auto sitzen. Wie beeinflusst ihr digitaler Lebensstil die Art und Weise, wie wir unsere Autos gestalten müssen?“
Mit der neuen Führung bei Mini zeichnet sich ein spannender Weg ab, der die Tradition der Marke mit neuen Ideen und Kollaborationen verbindet. Ob Hampf seine ambitionierten Ziele erreichen kann, wird die Zukunft zeigen. Doch eines ist klar: Mini hat das Potenzial, wieder eine kulturelle Ikone zu werden, die Menschen inspiriert und Freude bereitet.