Nach 40 jahren: ehemalige fahrlehrerin enthüllt die größten examen-pannen
Vicky Novell, eine Frau, die vier Jahrzehnte lang Fahrschüler auf die Straße brachte, blickt zurück – und was sie erlebt hat, ist schlichtweg unglaubwürdig. Sie hat mehr als nur ein paar Führerscheinprüfungen gesehen; sie hat eine ganze Generation von angehenden Autofahrern begleitet. Nun teilt sie ihre Erfahrungen und enthüllt, wie nervlich belastend das Ganze sein kann, sowohl für die Prüfer als auch für die Kandidaten.
Der nervenkitzel, der zum scheitern führt
„Ich weiß gar nicht mehr, wie viele ich habe bestehen sehen“, gesteht Novell in einem Interview mit RAC1. Doch was sie sich sehr wohl erinnert, sind die Fälle von wiederholten Misserfolgen. Bis zu zwölfmal präsentierte sich ein Schüler der praktischen Prüfung. „Das heißt nicht, dass er ein schlechter Fahrer ist“, relativiert sie, „die Nerven spielen eine entscheidende Rolle. Je mehr man sich anstrengt, um zu bestehen, desto nervöser wird man.“ Einmal, so erzählt sie, brach eine Prüflingein während der Fahrt einen Nervenzusammenbruch. Eine Papiertüte half kurzfristig, doch ein Besuch im Notfallzentrum (CAP) wurde unvermeidlich.
Die Erfahrung zeigt: Der Führerschein ist nicht das wichtigste Examen im Leben. Novell betont: „Egal ob man beim ersten, zweiten oder dritten Anlauf besteht – es ist eine Prüfung wie jede andere.“

Die liebe zum autofahren ist verflogen
Trotz ihrer langjährigen Erfahrung hat Vicky Novell überraschenderweise die Freude am Fahren verloren. Sie besitzt sämtliche Führerscheinklassen, vom Pkw über den Lkw bis hin zum Motorrad und Bus. „Jetzt fahre ich nur noch Auto und das Schönste ist das Gefühl, wenn ich wieder aussteige“, gibt sie zu.

Die fahrer werden älter – und die autos sicherer
Laut der spanischen Verkehrbehörde (DGT) sind bereits 15,5 Prozent der spanischen Autofahrer älter als 65 Jahre. Ein Trend, der sich fortsetzt. Alberto Caamaño, Leiter der Fahrschulen des RACC, bestätigt: „Früher holten sich junge Leute ihren Führerschein mit 18, um ihre Freiheit zu genießen. Heute liegt das Durchschnittsalter eher bei 23 oder 24 Jahren.“
Und nicht nur das Alter der Fahrer ändert sich, sondern auch die Art und Weise, wie sie fahren. Die Einführung des Sicherheitsgurts, Airbags und Fahrerassistenzsysteme (ADAS) haben die Fahrweise verändert. Caamaño kritisiert: „Wir haben alle den Respekt verloren. Autofahren ist schön, aber wir sollten mehr Empathie zeigen. Ich versuche immer, meinen Schülern zu vermitteln, dass wir nicht allein auf der Straße sind und dass Fahrzeuge nicht töten – Menschen töten.“
Vicky Novell stimmt zu: „Ein guter Fahrer ist nicht der, der am besten das Fahrzeug beherrscht, sondern der, der die Regeln respektiert.“
Die Statistik mag trügerisch wirken, aber die Realität ist klar: Das steigende Durchschnittsalter der Fahrer in Verbindung mit veränderten Fahrgewohnheiten stellt neue Herausforderungen an die Verkehrssicherheit dar. Es ist an der Zeit, das Bewusstsein für verantwortungsvolles Handeln im Straßenverkehr zu schärfen – bevor es zu spät ist.