Polestar schärft die klauen: angriff auf deutsche sportmarken?
Die Automobilwelt staunt – und die etablierten Leistungswerke in Deutschland müssen sich warm anziehen. Polestar, bisher eher für elegante Elektromobilität bekannt, hat mit der Gründung der Submarke „BST“ (Beast) einen Schachzug gesetzt, der das Kräfteverhältnis im Segment der Performance-Elektroautos grundlegend verändern könnte. Die Nachricht kommt unerwartet, doch die Ambitionen sind klar formuliert: BMW M, Mercedes-AMG und Audi RS haben einen neuen, schwedischen Herausforderer.
Die geburt einer neuen performance-ikone
BST ist kein spontaner Impuls, sondern das Ergebnis von sechs Monaten intensiver Arbeit eines Teams von lediglich 20 Personen. Diese kleine, aber feine Truppe hat mit über 1.800 Teilen ein Projekt auf die Beine gestellt, das an die legendäre Entwicklung des Bugatti Chiron erinnert – ein Beweis für skandinavische Ingenieurskunst und unbändige Innovationskraft. Der Name „Beast“ ist Programm: Polestar will nicht nur schnell sein, sondern auch Emotionen wecken und eine ungestüme Dynamik vermitteln, die über die reine Elektromobilität hinausgeht.
Michael Lohscheller, der CEO von Polestar, sprach auf einer Pressekonferenz in Göteborg von dem Bestreben, eine „konsistentere“ Performance-Philosophie zu etablieren. „Wir wollen uns noch stärker auf die Leistung konzentrieren, wo wir in Zukunft deutliche Verbesserungen erzielen können: auf der Rennstrecke, bei der Beschleunigung, aber auch in Bezug auf unsere Überlegenheit gegenüber der Konkurrenz“, so Lohscheller. Die Worte sind eine Kampfansage an die deutschen Premium-Hersteller, die bisher das Segment der Hochleistungsautos dominiert haben.

Finanzielle turbulenzen und neue hoffnung
Hinter der euphorischen Ankündigung verbirgt sich jedoch auch eine schwierige Situation. Polestar musste kürzlich seine Forschungs- und Entwicklungsabteilung in Großbritannien schließen und erhielt einen Kredit von 900 Millionen US-Dollar von der Muttergesellschaft Geely, um Verluste auszugleichen. Doch Lohscheller blickt optimistisch in die Zukunft. Die Einführung von BST wird nicht nur die Wettbewerbsfähigkeit von Polestar stärken, sondern auch neue Investitionen und Wachstumschancen generieren.

Von der edition zum eigenständigen label
Die BST-Linie ist keine bloße Ergänzung zum bestehenden Modellportfolio. Sie geht aus der limitierten BST Edition des Polestar 2 hervor und etabliert sich als eigenständige Marke. Lohscheller deutete an, dass zunächst der Polestar 2, die Serie 3 und die 4 in Frage kommen, um mit dem „Beast“-Label aufgewertet zu werden. Als erstes Ziel hat sich Polestar den Audi RS 5 2026 ins Visier genommen – eine ambitionierte Herausforderung, die den Schweden das Handwerk legen wird. Die Entwicklung verspricht, die Grenzen des elektrischen Fahrens neu zu definieren und die etablierten Normen der Automobilindustrie in Frage zu stellen.
Es bleibt abzuwarten, ob Polestar seine ehrgeizigen Ziele erreichen kann. Doch eines ist sicher: Mit BST hat der schwedische Hersteller einen mutigen Schritt getan, der die Automobilwelt aufmerksam macht und die deutschen Sportmarken zu Höchstleistungen zwingt. Die ersten Modelle der BST-Reihe werden mit Spannung erwartet – und könnten den Beginn einer neuen Ära der Performance-Elektromobilität markieren.