Schlechte straßen in spanien: steuerzahler zahlen, qualität fehlt
Ein wachsendes problem
In den letzten Wochen wird in Spanien immer wieder über den schlechten Zustand der Straßen diskutiert. Das steht im krassen Gegensatz zu den hohen Steuern, die Autofahrer jährlich zahlen. Wohin fließt das Geld? Jüngste Unwetter haben ein Problem offengelegt, das Spanien schon lange hat: marode Straßen. Hunderte Kilometer sind übersät mit Schlaglöchern und Rissen, was die Sicherheit der Fahrer gefährdet.

Mangelnde investitionen als ursache
Die Hauptursache für diese Situation ist ein chronischer Mangel an Investitionen in die Straßeninfrastruktur. Das ist besonders brisant, wenn man bedenkt, dass spanische Autofahrer jährlich durchschnittlich 1.400 Euro an Steuern im Zusammenhang mit der Mobilität zahlen. Der Staat nimmt insgesamt rund 40 Milliarden Euro pro Jahr ein, ohne dass sich dies in einer besseren Straßenqualität widerspiegelt.

Ein beträchtliches defizit
Der Zustand ist kein Einzelfall. Die spanische Straßenbauvereinigung (Asociación Española de la Carretera) hat eine Studie veröffentlicht, die ein Konservierungsdefizit von fast 13,5 Milliarden Euro aufzeigte. Wie Enrique Miralles, technischer Direktor der Vereinigung, gegenüber AutoBild erklärte, betrifft dies nicht nur die regionalen Straßen, sondern auch das staatliche Netz.
Gefährdung und wirtschaftliche folgen
Die Straßenbauvereinigung kritisiert die fehlende kontinuierliche Investition, die zu einem zunehmenden Verfall und Alterung des Asphalts geführt hat. Jesús Contreras, ein Ingenieur für Straßenbau, warnt, dass oberflächliche Flickarbeiten nicht ausreichen und eine umfassende Reparatur dringend erforderlich ist. Neben der eingeschränkten Sicherheit hat der schlechte Zustand des Straßenbelags auch direkte wirtschaftliche und ökologische Auswirkungen.
Höherer verbrauch und emissionen
Laut Daten, die im Programm von COPE präsentiert wurden, erhöht die Fahrt auf einer beschädigten Straße den Kraftstoffverbrauch und die Emissionen um etwa 10 Prozent. Die Straßenbauvereinigung schätzt, dass es über 3.000 Kilometer Straßen gibt, die aufgrund ihres schlechten Zustands ein hohes Unfallrisiko darstellen. Dies entspricht einem Konservierungsdefizit von fast 13,5 Milliarden Euro.
Wer trägt die verantwortung?
Die Verantwortung für die Instandhaltung der Straßen liegt je nach Art der Straße entweder beim Ministerium für Verkehr oder bei der jeweiligen Autonomen Gemeinschaft. Das staatliche Straßennetz umfasst rund 26.000 Kilometer, während die autonomen Straßennetze zusammen über 70.000 Kilometer kommen. Insgesamt sind es also mehr als 100.000 Kilometer öffentlicher Straßen.
Regionale unterschiede und politische prioritäten
Einige Autonome Gemeinschaften, wie Aragón, haben bereits Pläne zur Konservierung entwickelt. Enrique Miralles betont jedoch, dass fast alle Gemeinschaften ähnliche Pläne haben. Er erklärt, dass die Fachkräfte in den öffentlichen Verwaltungen sich der Instandhaltung ihres Landes bewusst sind. „Das Problem ist letztendlich budgetär und betrifft alle öffentlichen Verwaltungen. Die Ressourcen sind begrenzt und die Prioritäten werden von der politischen Agenda jeder Region bestimmt.“
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