Seltenes Juwel der Automobilgeschichte: Ein Gemballa Mirage GT kommt zur Versteigerung

Ein Stück Automobilgeschichte, das Liebhaber weltweit in Atem halten dürfte: Ein Exemplar des extrem seltenen Gemballa Mirage GT, basierend auf dem legendären Porsche Carrera GT, wird bei Mecum Auctions in Monterey angeboten. Dieses Fahrzeug ist nicht nur ein Beispiel für die Extravaganz der Nachkriegszeit, sondern auch ein Zeugnis der kreativen Kraft deutscher Automobilingenieure.

Die Wurzeln des Carrera GT: Ein fast vergessener Traum

Die Geschichte des Porsche Carrera GT ist alles andere als geradlinig. Ursprünglich als Projekt LMP2000 für die Sportwagen-Weltmeisterschaft entwickelt, basierte der Wagen auf einem V10-Motor, der ursprünglich für Formel-1-Einsätze bei Footwork Arrows gedacht war. Nachdem Porsche das LMP-Projekt schließlich aufgab, fand der leistungsstarke Motor doch noch seinen Weg in ein straßenzugelassenes Fahrzeug – den Carrera GT. Ein Superauto, das fast zufällig entstand.

Doch Gemballa erkannte das Potenzial des Carrera GT und entwickelte darauf den Mirage GT. Der Umbauspezialist war Vorreiter in der Modifizierung dieses außergewöhnlichen Fahrzeugs, während andere noch nach den richtigen Wegen suchten. 2007 präsentierte Gemballa seine Version, kurz nachdem Porsche die Produktion eingestellt hatte. Nur 25 Kunden überzeugte Gemballa, ihre Carrera GTs in Mirage GTs verwandeln zu lassen – ein Fakt, der die Exklusivität dieses Modells unterstreicht.

Das zur Versteigerung stehende Exemplar trägt die Nummer 24 von insgesamt 25 produzierten Fahrzeugen und soll sich in den Händen eines Sammlers in den Vereinigten Staaten befinden. Es wird erwartet, dass dieses Mirage GT zu einem der teuersten seiner Art wird.

Ein optisches und technisches Meisterwerk

Ein optisches und technisches Meisterwerk

Optisch besticht der Mirage GT durch eine auffällige Lackierung in Lime Rock Gray Metallic, akzentuiert mit Sun Yellow Details an Scheinwerfern, Emblemen und Motorhauben. Die Karosserie wurde komplett neu gestaltet, mit einem aggressiven Frontspoiler und einer markanten Motorhaube. Auch die Seitenwände erhielten neue Schürzen, während eine große Luftansaugung auf dem Dach für zusätzliche Kühlung sorgt – eine Anforderung, die der originale Carrera GT seinerzeit vermissen ließ.

Auch das Heck des Porsche Carrera GT wurde umfassend überarbeitet, mit einem großen Heckflügel, einem neuen Diffusor und vier Auspuffendrohren. Der 5,7-Liter-V10-Motor wurde von Gemballa auf beeindruckende 654 PS getunt – eine Steigerung gegenüber den ursprünglichen 612 PS. Dabei blieb der Motor seinem charakteristischen, atmosphärischen Klang treu, dank eines neuen Edelstahl-Auspuffs.

Im Innenraum erwartet den Fahrer eine elegante Kombination aus Anthrazitfarbenem Alcantara mit gelben Kontrastnähten und reichlich Carbon-Akzenten, die sich im Mitteltunnel und Armaturenbrett fortsetzen. Ein modernes Infotainmentsystem ergänzt den luxuriösen Charakter des Fahrzeugs.

Ein Zufallsprodukt mit außergewöhnlichem Erbe

Ein Zufallsprodukt mit außergewöhnlichem Erbe

Die Entwicklung des Carrera GT selbst war ein glücklicher Zufall. Nach dem Sieg des Porsche 911 GT1 bei den 24 Stunden von Le Mans 1998 verfolgte Porsche das Ziel, auch in der LMP-Klasse erfolgreich zu sein. Das Projekt LMP2000, mit den Codenamen 9R3 oder LMP2000, sollte diesen Anspruch erfüllen. Dabei wurde ein alter 3,5-Liter-V10-Motor aus dem Jahr 1992, der ursprünglich für die Formel 1 bei Footwork Arrows entwickelt worden war, wiederentdeckt und weiterentwickelt. Die Entscheidung, das Projekt letztendlich einzustellen, fiel, wie der damalige Porsche-CEO Wendelin Wiedeking erklärte, zugunsten des Porsche Cayenne. Gerüchte besagten jedoch, dass auch ein möglicher Konflikt mit Audi innerhalb des Volkswagen-Konzerns eine Rolle spielte. Doch der V10 war zu wertvoll, um ihn zu verschwenden, und so wurde er zum Herzstück des Carrera GT.