Spanien: gebrauchtwagenmarkt erlebt heftigen preisrutsch!

Madrid – Die spanische Gebrauchtwagenlandschaft befindet sich im freien Fall. Nach Monaten des Anstiegs sehen sich Verkäufer nun mit sinkenden Preisen konfrontiert, ein Trend, der sich nun klar abzeichnet und die Branche vor neue Herausforderungen stellt. Der April markiert den bislang größten jährlichen Preisrückgang seit Beginn des Jahres 2025 – ein deutliches Zeichen für eine sich verändernde Marktdynamik.

Diesel-boom vorbei: deutlicher preisverfall bei selbstzündern

Die Zahlen des aktuellen Barometers von Coches.net lassen wenig Raum für Interpretationen: Im April lag der durchschnittliche Angebotspreis für Gebrauchtwagen in Spanien bei 17.183 Euro, ein Rückgang von satten 2,44 Prozent im Jahresvergleich. Bereits im Vergleich zum Vormonat März fiel der Preis um 1,37 Prozent. Besonders deutlich ist der Einbruch bei den Dieselfahrzeugen zu beobachten. Hier sank der Preis um beeindruckende 8,72 Prozent – der höchste Wert seit Beginn des Jahres 2026. Das Interesse an Dieselmotoren scheint ebenfalls nachzulassen, wie die 10-prozentige Reduktion der Suchanfragen belegt. Ein Zeichen der Zeiten?

Doch es gibt auch Lichtblicke: Während Diesel und Benziner (hier ein leichter Rückgang von 2,62 Prozent) an Wert verlieren, behaupten sich Elektro- und Hybridmodelle. Ihre Preise stiegen sogar um 2,52 Prozent auf durchschnittlich 30.714 Euro. Ein klarer Hinweis darauf, wo die Zukunft der Mobilität liegt.

Jüngere fahrzeuge im sinkflug, ältere modelle stabilisieren sich

Jüngere fahrzeuge im sinkflug, ältere modelle stabilisieren sich

Ein weiterer interessanter Aspekt ist die Abhängigkeit des Preisverfalls vom Alter des Fahrzeugs. Seminue Fahrzeuge (jünger als ein Jahr) sind besonders betroffen, während ältere Modelle (zwischen sechs und zehn Jahren) ihren Wert sogar leicht steigern konnten. Fahrzeuge über zehn Jahre alt sind weiterhin begehrt und erzielen durchschnittlich 11.365 Euro. Die Daten zeigen, dass die Nachfrage nach günstigen, älteren Fahrzeugen weiterhin stabil ist, während der Markt für neuwertige Modelle unter Druck gerät.

Regional gibt es erhebliche Unterschiede. Madrid, das Baskenland und Katalonien verzeichnen weiterhin die höchsten Durchschnittspreise, während Regionen wie Kastilien-La Mancha, Extremadura und La Rioja deutlich günstiger sind. Nur die Kanarischen Inseln bilden die Ausnahme und verzeichnen einen leichten Preisanstieg. Der Rückgang ist in Regionen wie Asturien (7,41%), La Rioja (7,23%) und Aragón (5,76%) besonders ausgeprägt.

Trotz des allgemeinen Preisverfalls bleibt der Gebrauchtwagenmarkt robust. Im April wurden 190.453 Fahrzeuge verkauft – ein Anstieg von 2,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Insbesondere Fahrzeuge älter als zehn Jahre dominieren weiterhin den Markt, machen aber immer noch 57 Prozent aller Transaktionen aus. Die Herstellerlandschaft wird weiterhin von Volkswagen, Seat, Peugeot, Renault und Citroën angeführt, wobei der Volkswagen Golf als meistverkaufter Gebrauchtwagen thront.

Die Entwicklung zeigt deutlich: Der Gebrauchtwagenmarkt in Spanien befindet sich in einer Übergangsphase. Die Zeiten der künstlich aufgeblähten Preise, verursacht durch die Chipkrise und Produktionsengpässe, scheinen vorbei zu sein. Die Konsumenten profitieren von günstigeren Angeboten, während die Hersteller sich auf die neuen Anforderungen des Marktes einstellen müssen.