Streit eskaliert: guardia civil kritisiert dgt-chef hart
Die Aufregung um die V16-Blinker ist nur die Spitze des Eisbergs. Pere Navarro, Generaldirektor der DGT (Dirección General de Tráfico), hat erneut für Kontroversen gesorgt, und die Antwort der Asociación Unificada de Guardias Civiles (AUGC) lässt wenig Zweifel an der Brisanz der Lage.
Dgt-chef zweifelt an effizienz der guardia civil
Navarros Äußerung, dass „zehn Radarkameras die gleiche Arbeit leisten könnten wie fast das gesamte Geschwindigkeitskontingent der Guardia Civil“, traf die Sicherheitskräfte wie ein Schlag. Die AUGC konterte umgehend und betonte, dass eine solche Aussage nicht nur respektlos, sondern auch völlig realitätsfern sei. Die Gewerkschaft sieht sich in ihrer Ehre verletzt und spricht von einem „frontalem Angriff auf unsere berufliche Würde“.
Doch die Kritik geht noch weiter. So wies Navarro in einem Gespräch mit einem Abgeordneten der Vox-Partei an, dass die AUGC nicht mit der Guardia Civil gleichzusetzen sei, sondern „zwei verschiedene Welten“ darstelle. Ein Kommentar, der innerhalb der Reihen der Guardia Civil auf heftige Ablehnung stieß.
„AUGC ist die Guardia Civil, die den Asphalt bezwingt – die, die mit Notlagen kämpft, die ihre Kameraden trauert“, so die scharfe Antwort der Gewerkschaft. „Wir kommen aus dem Kampf für grundlegende Rechte, aus dem Opfertausender Agenten, die sich demokratisch organisierten, um Missbrauch zu beenden und soziale und arbeitsrechtliche Rechte zu erobern.“

Vernachlässigte infrastruktur gefährdet leben
Neben der Personaldebatte prangert die AUGC auch die zunehmende Vernachlässigung der spanischen Straßen an. Die DGT mag zwar auf Radarkameras setzen, doch diese können nicht die grundlegenden Probleme lösen, die zu den steigenden Unfallzahlen führen. Spanien verzeichnete im vergangenen Jahr 1.785 Todesopfer, ein Anstieg von zwei Prozent. Die Zahl der Verletzten stieg sogar um elf Prozent.
Die Wahrheit ist, dass 52 Prozent des spanischen Straßennetzes dringenden Reparaturmaßnahmen bedürfen. 33.966 Kilometer (32 Prozent der Gesamtlänge) müssen innerhalb eines Jahres dringend erneuert werden. Fachleute bewerten die Finanzierung der Straßenerhaltung mit lediglich 3,4 von 10 Punkten. Die DGT räumt zwar das Problem der Schlaglöcher, Risse und verblichenen Fahrbahnmarkierungen ein, doch die Investitionen in die Instandhaltung sind offenbar unzureichend. Die Folge: Mehr als 800 Unfälle mit Verletzten im Jahr 2023.
Die Debatte um die V16-Blinker, die als „technologisches Experiment“ kritisiert wird, bei dem der Fahrer zum „Zahlenden“ wird, reiht sich in eine Reihe von Problemen ein, die die DGT zu bewältigen hat.
Es ist offensichtlich, dass eine Fokussierung auf technische Spielereien nicht die Lösung für die drängenden Probleme der Verkehrssicherheit in Spanien darstellt. Solange die Infrastruktur vernachlässigt und die Arbeit der Guardia Civil abgewertet wird, werden die Unfallzahlen weiterhin alarmierend hoch bleiben.