Toyota mr2: der rallye-traum, der im sande verlorens ging

Was wäre, wenn Toyota nicht nur für seine zuverlässigen Straßenautos und erfolgreichen Rallye-Helden bekannt wäre? Ein Blick zurück auf den Toyota 222D, ein wahnwitziges Projekt, das die Automobilwelt überraschen hätte können, aber durch politische Entscheidungen im Motorsport vereitelt wurde.

Ein mr2 mit dem potenzial eines monsters

Ein mr2 mit dem potenzial eines monsters

Der Toyota MR2, ein sportlicher Kleinwagen mit Mittelmotor, der in den 80er Jahren für Furore sorgte, hätte mehr sein können. Er war die Basis für einen ambitionierten Rallye-Prototypen, den Toyota 222D, der in der damals aufregendsten und gleichzeitig gefährlichsten Rallye-Klasse, der Gruppe S, hätte mitmischen sollen. Diese Klasse, als Nachfolger der legendären Gruppe B konzipiert, versprach eine neue Ära des Motorsports – eine Ära, die jedoch nie wirklich begann.

Die Gruppe B war bekannt für ihre extremen Fahrzeuge wie den Audi Quattro, den Metro 6R4, den Lancia 037 und den Ford RS200, die auf anspruchsvollen Strecken um die Welt für atemberaubende und gefährliche Rennen sorgten. Toyota wollte ein Teil dieser Ära sein und investierte in die Entwicklung des 222D. Die FISA, damals die internationale Motorsportorganisation, arbeitete an den Regeln der Gruppe S, die als sicherere und evolutionäre Weiterentwicklung der Gruppe B gedacht war. Die Vorgaben waren klar: Chasis aus Stahlrohr, Allradantrieb, Karosserie aus Kohlefaser und ein Mittelmotor mit einem Hubraumlimit von 300 PS.

Toyota griff auf den MR2 zurück, da dieser bereits einen Mittelmotor besaß. Die Motorsportabteilung in Deutschland entwickelte den 222D, der äußerlich zwar dem MR2 ähnelte, aber deutlich aggressiver wirkte. Größere Lufteinlässe, modifizierte Stoßfänger und eine verbesserte Aufhängung waren erkennbare Merkmale. Das Fahrzeug wog lediglich 750 Kilogramm und wurde zunächst mit einem 1,6-Liter-Vierzylinder-Motor geplant. Letztendlich entschied man sich jedoch für einen 2,1-Liter-Vierzylinder aus dem Celica GT-Four ST165, der eine Leistung von rund 650 PS und ein Drehmoment von 640 Nm lieferte. Der Turbo benötigte etwa drei Sekunden, um anzuschauen und die Ladedruckregelung konnte sogar vom Fahrersitz aus angepasst werden.

Das Kraftpaket wurde über ein Fünf-Gang-Schaltgetriebe auf beide Achsen übertragen, wobei auch eine reine Zweiradantriebs-Konfiguration möglich war. Der Toyota 222D schien ein wahres Monster zu werden, ein Auto, das in der Gruppe S hätte dominieren können. Doch das Schicksal sollte es anders entscheiden.

Die Tragödie von Henri Toivonen und Sergio Cresto beim Rallye Korsika 1986, bei dem beide Piloten ums Leben kamen, führte dazu, dass die FISA die Gruppe B nach dieser Saison einstellte und die geplante Gruppe S ebenfalls abgesagt wurde. Stattdessen wurde die Gruppe A eingeführt. Die Hersteller, die bereits Prototypen für die Gruppe S entwickelt hatten, sahen sich mit leeren Händen dastehen. Der Toyota 222D war eines dieser Opfer.

Obwohl Toyota weiterhin erfolgreich in der Rallye-Weltmeisterschaft mit dem Celica und später dem Supra antrat, blieb das MR2-basierte Projekt im Regal liegen. Zum Glück wurde das Fahrzeug nicht zerstört, sondern in der Toyota Motorsport GmbH in Köln aufbewahrt. Heute existieren nur noch zwei Exemplare des Toyota 222D: ein weißes Fahrzeug im Toyota Mega Web in Tokio und ein schwarzes in Köln. Sie sind stumme Zeugen einer verlorenen Chance, einer Vision, die nie verwirklicht wurde.

Der Toyota 222D erinnert uns daran, dass der Motorsport manchmal von politischen Entscheidungen und tragischen Ereignissen geprägt ist, die den Verlauf der Geschichte verändern können. Ein Auto, das hätte Geschichte schreiben können, blieb ein faszinierendes, aber letztendlich unerfülltes Versprechen.