Überraschende teile-harmonie: wie mercedes-getriebe im jeep wrangler rockt
Wer hätte gedacht, dass ein Jeep Wrangler, bekannt für seine Geländetauglichkeit und robuste Bauweise, unter der Haube ein Stück deutsche Ingenieurskunst verbirgt? Eine überraschende Geschichte der Teilegleichheit zwischen Daimler und Chrysler offenbart, dass selbst nach gescheiterten Fusionen technisches Erbe weiterlebt.
Die kurze, aber prägende allianz von daimler und chrysler
Die Fusion von Daimler-Benz und Chrysler Corporation im Jahr 1998 mag als ambitioniertes Unterfangen in die Geschichte eingegangen sein, doch die Zusammenarbeit scheiterte letztendlich. Dennoch hinterließ die Ära von 1998 bis 2007 einige interessante Spuren, darunter die gemeinsame Nutzung von Plattformen und Komponenten. Ein prominentes Beispiel dafür ist der Chrysler Crossfire, der auf der Basis des Mercedes-Benz SLK der damaligen Zeit entstand. Doch es gab noch mehr: Teile aus dem Portfolio der deutschen Automarke fanden ihren Weg in Modelle von Chrysler.
Ein konkretes Beispiel ist das NSG370-Getriebe von Mercedes-Benz, das in verschiedenen Chrysler-Modellen zum Einsatz kam. Dieses Neues Schaltgetriebe, gefertigt im Werk Stuttgart, fand sich nicht nur im Chrysler Crossfire wieder, sondern auch im Jeep Liberty und, besonders bemerkenswert, im Jeep Wrangler.

Das nsg370: ein deutsches herz für den amerikanischen offroader
Im Jahr 2005 wurde das NSG370 erstmals im Wrangler eingesetzt. Es handelte sich um das erste Sechsgang-Getriebe (sowohl manuell als auch automatisiert) in diesem legendären Geländewagen. Um den besonderen Anforderungen des Wrangler gerecht zu werden, wurde das Getriebe modifiziert. So erhielt es beispielsweise ein Mehrstufen-Schaltgestänge aus Stahl und ein Gehäuse aus Aluminium. Besonders hervorzuheben ist die Übersetzung des ersten Gangs von 4,46:1, die für eine hervorragende Zugkraft bei niedrigen Geschwindigkeiten sorgte – ideal für anspruchsvolles Gelände. Die lange sechste Übersetzung von 0,84:1 wiederum ermöglichte einen komfortablen und sparsamen Betrieb auf der Autobahn.
Das NSG370 war also mehr als nur ein Getriebe; es war ein Schlüssel zur Optimierung der Offroad-Performance des Wrangler. Es ist faszinierend zu sehen, wie eine Komponente deutscher Ingenieurskunst so nahtlos in ein amerikanisches Fahrzeug integriert wurde und jahrelang zuverlässig seinen Dienst verrichtete.
Heute wird das Wrangler-Modell mit einem Sechsgang-Getriebe von Aisin angeboten, einem weiteren renommierten Getriebespezialisten. Ein Wrangler Sport mit Schaltgetriebe ist in den USA bereits ab 36.530 US-Dollar erhältlich. Während die Automatikvariante mit acht Gängen für 2.500 US-Dollar zusätzlich verfügbar ist, begleitet beides den bewährten V6-Motor mit 3,6 Litern Hubraum.
In Europa sieht die Lage allerdings anders aus. Hier ist der Wrangler seit Jahren ausschließlich als 4Xe-Hybridmodell mit Automatikgetriebe erhältlich. Die neuen Emissionsnormen haben dazu geführt, dass die Schaltgetriebevariante den europäischen Markt verlassen hat. Wir können nur hoffen, dass der kommende Jeep Recon diese Lücke füllen wird. Wer einen Wrangler mit Schaltgetriebe möchte, muss entweder in die USA reisen oder auf gebrauchte Modelle zurückgreifen, die noch mit dem NSG370-Getriebe von Mercedes ausgestattet sind. Es bleibt abzuwarten, ob die Teile-Harmonie zwischen deutschen und amerikanischen Herstellern in Zukunft wieder eine größere Rolle spielen wird.