Zeekr 7X: Der chinesische E-SUV, der Tesla Konkurrenz machen will – Aber ist er wirklich bereit?
Ein neuer herausforderer auf europas straßen?
Die elektrische Revolution rollt weiter! Nach Jahren der Entwicklung betritt der Zeekr 7X die europäische Bühne und positioniert sich als ernstzunehmender Konkurrent für den Tesla Model Y. Der luxuriöse und technologisch fortschrittliche SUV des chinesischen Konzerns Geely verspricht ultraschnelles Laden und beeindruckende Leistung. Doch wird er wirklich das Segment der Premium-Elektro-SUVs aufmischen? Erste Fahrtests in Portugal zeigen ein gemischtes Bild.
Design: modern, aber ohne gewissen etwas
Unter der Leitung des argentinischen Designers Ignacio Fernández Miño präsentiert sich der Zeekr 7X mit modernen Linien. Allerdings fehlt es dem Design an einem gewissen Wiedererkennungswert. Obwohl harmonisch, wirkt er etwas blass im Vergleich zu anderen Elektro-SUVs mit starker Identität wie dem Tesla Model Y oder dem BMW iX. Dennoch überzeugt der 7X mit einem guten Luftwiderstandsbeiwert (Cw von 0,247), was für einen SUV eine beachtliche Leistung ist. Bleibt zu hoffen, dass Zeekr hier noch nachjustiert.
Raumwunder für die ganze familie
Im Innenraum überzeugt der Zeekr 7X mit großzügigem Platzangebot und hochwertigen Materialien. Der lange Radstand von 2,90 Metern garantiert auch für die Fondpassagiere viel Beinbeinfreiheit. Die Verarbeitung mit Mikrofaser und Nappa-Leder unterstreicht den Anspruch. Zahlreiche Stauräume, ein beeindruckendes Soundsystem mit 2.160 Watt und 21 Lautsprechern sorgen für Komfort. Besonders hervorzuheben sind die komfortablen Rücksitze mit elektrisch verstellbarer Lehne und das Panoramadach, das ein großartiges Fahrerlebnis schafft.
Technologie-cockpit: schick, aber komplex
Der Zeekr 7X basiert auf der Geely SEA-Plattform und verfügt über ein 16-Zoll-Touchscreen-Display und einen leistungsstarken Snapdragon 8295-Prozessor. Die Bedienung ist zwar flüssig, aber die Menüführung kann etwas komplex sein und den Benutzer überfordern. Die Navigation mit Here-Karten ist gut, allerdings fehlen noch einige nützliche Funktionen wie Radarwarnungen. Die Fahrerassistenzsysteme, wie adaptiver Tempomat und Spurhalteassistent, bieten ein semi-autonomes Fahrniveau 2, könnten aber noch an Ergonomie und Reaktionsfreudigkeit arbeiten.
Fahrspaß: solide leistung, aber kein adrenalinrausch
Mit 630 Pferdestärken und einem Sprint von 0 auf 100 km/h in 3,8 Sekunden ist der Zeekr 7X in seiner Privilege AWD-Version beeindruckend schnell. Auf kurvigen Straßen Portugals fehlte jedoch etwas Dynamik und der nötige Biss für sportliches Fahren. Der Komfort ist insgesamt gut, erreicht aber nicht das Niveau einiger Konkurrenten im Premium-SUV-Bereich. Hier gibt es definitiv noch Verbesserungspotenzial, um den Zeekr 7X zu einem echten Fahrerlebnis zu machen.
Ladezeiten und reichweite: das größte fragezeichen
Das größte Plus des Zeekr 7X ist zweifellos die ultraschnelle Ladefunktion. In China sind bis zu 80 % Ladung in nur 10 Minuten möglich. In Europa dauert das Aufladen an einer 360-kW-Säule etwa 16 Minuten. Bei 400 Volt sinkt die Ladegeschwindigkeit jedoch auf 75 kW, was im Vergleich zu Konkurrenten wie Hyundai oder Tesla ein Nachteil ist. Die Reichweite von bis zu 615 km ist zwar vielversprechend, kann in der Realität jedoch auf der Autobahn deutlich sinken. Hier muss Zeekr noch nachlegen, um mit der Konkurrenz mitzuhalten.