Zr1-chaos: aerodynamik frisst corvette-lack!
Die neue Corvette ZR1
, das Nonplusultra von General Motors, verspricht brachiale Leistung und atemberaubende Fahrleistungen. Doch der Enthusiasmus weicht blankem Entsetzen, denn die extreme Aerodynamik des Super-Sportwagens verursacht bei einigen frühen Besitzern Schäden an der Lackierung – ein teures Ärgernis, das die Faszination für den US-Oldtimer trübt.Der motor: eine rakete auf acht zylindern
Unter der Haube des ZR1 schlummert der LT7-V8, eine Weiterentwicklung des im Corvette Z06 eingesetzten LT6. Mit zwei Turboladern katapultiert General Motors den Wagen in eine neue Leistungsklasse. 1.064 PS und 1.122 Nm Drehmoment stehen dem Fahrer zur Verfügung – Zahlen, die selbst erfahrene Motorsportler in Erstaunen versetzen. Die Kraft wird über ein achstätiges Doppelkupplungsgetriebe an die Hinterachse geleitet, das den immensen Leistungszuwachs aushalten muss.
Die Beschleunigung von 0 auf 100 km/h in nur 2,4 Sekunden und ein Viertelmeilenlauf in 9,6 Sekunden bei 241 km/h sprechen eine deutliche Sprache. Und auch die Höchstgeschwindigkeit von 346 km/h lässt keine Zweifel an der Explosivkraft des ZR1.

Aerodynamik als zweischneidiges schwert
Um diese beeindruckenden Werte zu erzielen, setzt Chevrolet auf eine ausgeklügelte Aerodynamik. Für den ZR1 gibt es zwei Konfigurationen: eine für Höchstgeschwindigkeiten und eine, das optionale ZTK Performance Paket, für den Einsatz auf der Rennstrecke. Dieses Paket umfasst einen großen, feststehenden Heckflügel aus Kohlefaser, Frontsplitter, Gurney-Flaps und eine straffere Fahrwerksabstimmung. General Motors behauptet, dass der ZR1 mit ZTK Performance Paket bei seiner Höchstgeschwindigkeit über 544 Kilogramm Anpressdruck erzeugt.
Doch genau dieser enorme Anpressdruck bereitet nun Kopfzerbrechen. Wie der Instagram-Nutzer @Wheelr_ dokumentiert hat, führt die Belastung zu Schäden an der Lackierung, insbesondere im Bereich der Heckflügelaufhängung. Bei Geschwindigkeiten von fast 300 km/h auf dem Circuit of Daytona begannen erste Abplatzungen aufzutauchen. Auch ein Freund von @Wheelr_ erlebte dasselbe Problem nach dem Umbau eines Z06 mit einem ZR1-Heckflügel.
Es scheint, als ob das aerodynamische Design, das dem ZR1 seine außergewöhnlichen Fähigkeiten verleiht, gleichzeitig seine Achillesferse darstellt. Ein Fehler im Design oder in der Fertigung, der den Besitzern teure Reparaturen bescheren könnte.

General motors reagiert
General Motors hat die Verantwortung für das Problem übernommen und verspricht, die Lackschäden an den betroffenen Fahrzeugen zu beheben. Angesichts des Preises von 185.000 US-Dollar (umgerechnet etwa 161.000 Euro) ist dies auch das Mindeste, was man von dem Automobilkonzern erwarten kann. Die Frage, die sich nun stellt, ist, ob General Motors das Design des Heckflügels überarbeitet, um zukünftige Schäden zu verhindern. Denn eines ist klar: Die Faszination für die Corvette ZR1 darf nicht an einer lackierten Karosserie scheitern.