Zuverlässigkeit im automobil: japanische hersteller dominieren – chinesische konkurrenz auf dem vormarsch

Wer ein neues Auto kauft, legt größten Wert auf Zuverlässigkeit. Das zeigt eine aktuelle Studie der Europäischen Verbraucherorganisation (OCU), die auf Basis von Umfragen unter 85.590 Automobilisten in zehn europäischen Ländern erstellt wurde. 45 Prozent der Käufer priorisieren die Langlebigkeit und Problemlosigkeit ihres Fahrzeugs gegenüber Design oder Verbrauch – ein klares Zeichen dafür, dass niemand gerne Zeit in der Werkstatt verbringt.

Die japanische qualitätsführerschaft bleibt ungebrochen

Wie schon in den Vorjahren belegen japanische Hersteller die vordersten Plätze im Ranking der OCU. Lexus sichert sich mit einem Zuverlässigkeitsindex von 93 und einer hohen Kundenzufriedenheit von 91 Punkten den ersten Platz. Subaru, Toyota und Suzuki folgen dicht auf den Fersen, alle mit einem Index von 91. Wer also Wert auf eine bewährte Technik und geringe Reparaturkosten legt, ist mit einem dieser Modelle bestens beraten. Ein Mechaniker der Hauptuntersuchung (HU) betonte kürzlich, dass er diese Fahrzeuge seit ihrer Einführung als zuverlässig einschätzt.

Die Studie berücksichtigt dabei nicht nur die Anzahl der Defekte, sondern auch deren Schweregrad, das Alter des Fahrzeugs und die gefahrenen Kilometer zum Zeitpunkt des Auftretens des Fehlers. So erhält die OCU ein umfassendes Bild der tatsächlichen Zuverlässigkeit verschiedener Modelle.

Chinesische hersteller betreten die bühne – mit gemischten erfolgen

Chinesische hersteller betreten die bühne – mit gemischten erfolgen

Ein Novum in diesem Jahr ist der Einzug chinesischer Hersteller in die OCU-Rangliste. BYD schafft es als erster chinesischer Hersteller in die Top 10 und belegt den siebten Platz mit einem Index von 89 und einer Zufriedenheitsrate von 88 Punkten. Doch Vorsicht: Nicht alle chinesischen Marken können mit dieser Leistung mithalten. Während BYD positiv hervorsticht, schneiden andere Hersteller wie MG deutlich schlechter ab und belegen den vorletzten Platz.

Tesla verbessert sich, volkswagen hinkt hinterher

Tesla verbessert sich, volkswagen hinkt hinterher

Auch Tesla kann auf eine Verbesserung verweisen. Nach Jahren der Kritik an der Fertigungsqualität gewinnt die Marke nun an Zuverlässigkeit und belegt den fünften Platz. Volkswagen hingegen verliert weiter an Boden und konnte sich lediglich vom 31. auf den 25. Platz verbessern – ein Ergebnis, das hinter den Erwartungen an den deutschen Automobilhersteller zurückbleibt.

Stellantis, der Mutterkonzern von Marken wie Peugeot und Citroën, investiert derweil massiv in die Qualitätsverbesserung. 2.000 Ingenieure wurden eingestellt, um die „Prozesse der Qualitätssicherung“ zu optimieren. Ob diese Maßnahmen langfristig Früchte tragen werden, bleibt abzuwarten. Die OCU-Studie zeigt jedoch deutlich: Wer auf Nummer sicher gehen will, greift weiterhin auf japanische Ingenieurskunst zurück.