Ford räumt auf: qualitätsleck gestoppt – dank italienischer inspiration!

Detroit zittern, Valencia lächelt: Ford hat ein massives Glaubwürdigkeitsproblem, das den Konzern seit Jahren plagt. Millionen von Rückrufen überschatteten das Jahr 2025 – eine erschreckende Bilanz, die den US-Autobauer an den Rand des Abgrunds brachte. Doch jetzt scheint ein Licht am Ende des Tunnels zu scheinen, und die Lösung kommt überraschend von weiter Ferne.

Ein rückruf-desaster, das ford teuer zu bußen drohte

Ein rückruf-desaster, das ford teuer zu bußen drohte

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Im Jahr 2025 mussten satte 12,9 Millionen Ford-Fahrzeuge zurückgerufen werden – verteilt auf 153 Kampagnen. Das ist ein Wert, der selbst den Konkurrenten Stellantis, der mit 2,7 Millionen Fahrzeugen und 53 Rückrufen deutlich besser dasteht, in den Schatten stellt. Ein solches Ausmaß an Qualitätsproblemen gefährdet nicht nur den Ruf der Marke, sondern kann auch langfristig die Kundenbindung erheblich beeinträchtigen.

Doch Ford reagiert. Und zwar mit einer radikalen Umstellung der Qualitätskontrolle, die auf einer überraschenden Quelle basiert: der Produktionsstätte in Valencia, Spanien. Hier, in Almussafes, hat man seit Jahren eine bewährte Methode der täglichen Motorzerlegung etabliert, die nun auch in anderen Ford-Werken Einzug hält.

„Wir gehen jetzt direkt an die Wurzel des Problems“, erklärt Neil Wilson, Leiter der Motorenproduktion in Essex, Großbritannien. „Es liefert uns wertvolle Informationen, um die Qualität zu schützen und ist nicht länger nur ein reaktives Werkzeug. Es ist jetzt ein integraler Bestandteil unseres Prozesses.“

Bisher wurden Motoren in Ford-Werken nur alle drei Monate oder bei Verdacht auf Probleme zerlegt. Diese Praxis gehörte der Vergangenheit an. Nun wird täglich ein Motor von der Produktionslinie genommen, einer strengen Prüfung unterzogen und anschließend komplett zerlegt, um jeden einzelnen Bauteil auf Mängel zu untersuchen. Ein Schritt, der bereits jetzt erste Erfolge zeigt.

Die Inspiration für diese Veränderung kam nicht von ungefähr. Ford suchte nach Best Practices innerhalb des Konzerns und stieß auf die bewährte Vorgehensweise in Valencia. Dort wird die tägliche Motorzerlegung seit Jahren als Standardprozedur durchgeführt – und das mit Erfolg.

Neben der manuellen Inspektion spielt auch künstliche Intelligenz eine entscheidende Rolle. Ford setzt nun auf KI-gesteuerte Systeme, die Produktionsdaten analysieren und potenzielle Fehlerquellen frühzeitig erkennen. Diese Systeme überwachen spezifische Parameter der Fertigungslinie und identifizieren Anomalien, die auf zukünftige Probleme hindeuten könnten. Selbst wenn einzelne Bauteile den technischen Spezifikationen entsprechen, kann die KI Auffälligkeiten im Produktionsprozess erkennen und die Techniker auf bestimmte Bereiche des Motors für eine genauere Inspektion hinweisen.

Die ersten Ergebnisse sind vielversprechend: Rückmeldungen von Kunden sind bereits gesunken. Ford analysiert Daten von Fahrzeugen mit unterschiedlichen Nutzungsdauern – von wenigen Wochen bis zu drei Monaten – um die Effektivität der neuen Qualitätskontrollmaßnahmen zu bewerten. Es ist zwar noch ein weiter Weg, bis die Rückrufaktionen vollständig verschwinden, aber Ford scheint nun auf dem richtigen Weg zu sein, um das Vertrauen der Kunden zurückzugewinnen und die Qualitätsstandards langfristig zu verbessern. Die Taktik aus Valencia hat sich als Goldgrube für die gesamte Ford-Gruppe erwiesen.